Programm

 

VORTRAGSREIHE

500 Jahre liegen zwischen dem Beginn der Eroberung Mexikos und unserer heutigen Sicht auf die vorspanischen Kulturen in Mittelamerika. Seit den 1950er Jahren gelingt es vor allem den vielen Kulturwissenschafter_innen aus den Bereichen Archäologie, Ethnologie, Geschichte und und weiteren Disziplinen, ein immer besseres und genaueres Bild von Azteken, Maya, Olmeken & Co. zu gewinnen. Wenngleich die vielen Forscherinnen und Forscher um eine differenzierte Betrachtung und um Erkenntnisgewinn – vorrangig in schriftlicher Form – bemüht sind, wird die allgemeine Wahrnehmung neben diversen populärwissenschaftlichen Beiträgen in Magazinen und Zeitungen sehr stark durch Archäologie- und Geschichtsdokus sowie durch Spielfilme geprägt. Hinzu kommen im Internet zahlreiche Beiträge wie Tutorials, zusammengeschnittene Videosclips oder Cinematic Trailer von PC-Games.

Daher widmet sich diese Vortragsreihe der filmischen Rezeption Mesoamerikas. Gezeigt und diskutiert werden eine kontrastreiche Auswahl von Filmen bzw. Filmausschnitten: Ethnographischer Film, Spielfilme mit fiktiver sowie mit historischer Handlung, Geschichtsabrisse und Archäologie-Expeditionen im Doku-Format und diverse Beiträge aus dem Internet, sowie Auszüge aus Science Fiction und aus dem nicht unwesentlichen Bereich des “Trash”.

 28. März 2019: Mesoamerika im Film – Einführung 

18. April 2019: Frohe Ostern? Die Semana Santa im Hochland von Guatemala in “Balancing the Cosmos. Living Traditions in a Modern Maya City” – Ein Film von Andrew Weeks, 2010

16. Mai 2019: “El Antifaz. ‘Tschüss die Seele’ – Die Verabschiedung”  Dokumentarfilm, Nordwestmexiko, Sierra Tarahumara von Claus Deimel, 2018. Infos zum Film finden Sie hier.

20. Juni 2019: High Moon in Uxmal. Filmvortrag von Christian Brückner

Donnerstag, 19. September 2019

„Kukulkan, erscheine uns!” – Touristisches Traumland Chichén Itzá?

Millionen von Touristen besuchten bereits die archäologische Stätte Chichén Itzá in Yukatan, die zu einem der “Neuen Sieben Weltwunder” gezählt wird. Gemeint ist damit eigentlich die sog. “Kukulkan-Pyramide”, an der zu den Tag-und Nachtgleichen um den 21.3. und 23.9. ein eigentümlicher Lichteffekt zu beobachten ist. Die offenbar astronomische Ausrichtung des Gebäudes und die Deutung vieler seiner Architekturelemente als manifeste Teile eines Kalendersystems haben zu einer Zahlenmystik und sozusagen esoterischen Aufladung des Ortes geführt, der seit den 1980er Jahren halbjährlich Hundertausende “mag(net)isch” anzieht, darunter Zehntausende von New Age´lern.

Abbildung rechts: Lichteffekt an der Balustrade der nördlichen Treppe der sog. Kukulkan-Pyramide. 

Jeff Himpele und Quetzil E. Castañeda liefern in ihrem 1997 erschienen Dokumentar-Film “Incidents of Travel in Chichén Itzá” eine notwendigerweise schonungslose Bestandsaufnahme der vom Tourismus vereinnahmten archäologischen Stätte. Esoterik, Stereotypen, Exotismen und westliche Visionen von dem, wer und was “die Maya” seien, werden ebenso kritisch hinterfragt wie das Recht auf indigene Teilhabe und der Status ethnographischer Authentizität und akademischer Deutungshoheit.

Ausschnitte aus diesem und weiteren Filmen werden gezeigt und diskutiert. Durch die Veranstaltung führt Christian Brückner.

Ort und Zeit: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, Vortragsraum (HG 154), 1. Etage, Beginn 18 Uhr (c.t.). Der Eintritt ist frei.

(Abbildung unter: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chichen_Itza_Temple_of_Kukulcan_Serpent.JPG.)

nach oben

Weitere Termine am 17.10., 14.11. und 12.12.

An späteren Terminen (17. Oktober, 14. November und zusätzlich am 12. Dezember, gleicher Ort, gleiche Zeit) werden weitere Filmdokumente diskutiert und kontrastiert:  Unter anderen natürlich anlässlich des 100. Jubiläums von Fritz Langs “Die Spinnen” ein Vortrag zu diesem Film im Oktober; sowie auch aktuelle Arbeiten, etwa “Ixcanul” und die neue Netflix-Produktion “Maya and the Tree” am November-Termin. Für einen zusätzlichen Termin im Dezember dürfen wir Prof. Dr. Viola König ankündigen, die mesoamerikanische Filme, die bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin (Berlinale) in den Blick nimmt.

nach oben