Rückblick 2012

Do, 6. Dezember 2012, 18:15 Uhr 

Bürgerkrieg, Mayanisierung und Ökotourismus: Vergangenheitsbewältigung und – konstruktion in Río Negro, Guatemala
Felix Kupprat, Universidad Nacional Autónoma de México

Río Negro ist eine von vielen Gemeinden Guatemalas, die in den 1980er-Jahren in geplanten Aktionen des guatemaltekischen Militärs ausgelöscht wurden.
Die Gewalt des Bürgerkriegs ist heute Thema des vielseitigen Diskurses der Überlebenden, welcher kulturelle, rechtliche und ökonomische Aspekte aufweist.

Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky, 1. Etage

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Do, 22. November 2012, 18:15 Uhr 

El Fragmento de Nochistlan: Eine mixtekische Bilderhandschrift aus dem Hamburger Völkerkundemuseum
Jenny Lebuhn-Chhetri, Universität Hamburg

Die Kultur der Mixteken in Südwest-Mexiko ist u. a. bekannt für die Anfertigung präkolonialer Bilderhandschriften. Diese faszinierenden Dokumente dienten der Geschichtsaufzeichnung, Machtlegitimation und Propaganda. Das Fragmento ist ein bislang wenig erforschtes Exemplar, welches im Rahmen einer Magisterarbeit untersucht wurde.

Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky, 1. Etage

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Do, 25. Oktober 2012, 18:15 Uhr

Power, performance, male sexuality, and propaganda: socio-political aspects of the Aztec festival of Toxcatl
Izabela Wilkosz, Freie Universität Berlin

The lecture will focus on the socio-political significance of the Toxcatl festival, one of the most important religious ceremonies of the Aztec solar calendar xiuhpohualli.
The descriptions of the Toxcatl in the 16th- and 17th –century sources, written by Spanish missionaries living in Mexico, portrayed an elaborate feast that had not been celebrated in a standardized manner in the Aztec empire. Each source included a different set of actors, ritual elements, and a considerably altered scenario. These discrepancies reflected on the specific socioeconomic conditions of the places mentioned in the Toxcatl descriptions and gave important clues to their ethnic composition, the type of the local economy, and most importantly, to the myths surrounding the origins of their inhabitants.
One of the concepts introduced by the Aztecs in the subjected areas was the annual sequence of religious festivals – the xiuhpohualli. The inhabitants of the conquered territories used the festival of Toxcatl to manifest their identity and heritage in the multicultural Aztec empire through the adaptation of their local patron gods into the main “scenario” of the festival.
In the greatest Aztec city – Tenochtitlan – Toxcatl served as a platform for broadcasting political aspirations of the Mexica-Tenochca Aztecs; the festival glorified their humble past as a wandering tribe and reinforced their connection to the patron gods – Huitzilopochtli and Tezcatlipoca. The ceremony reflected on their vision of the Aztec history and showcased the relationship between the supreme ruler of the Aztec empire – the huey tlatoani – and the old Mesoamerican deity Tezcatlipoca. Finally, Toxcatl in Tenochtitlan honored the warrior caste and presented the Aztec youth with a paragon of masculinity – a young male slave impersonating one of the avatars of Tezcatlipoca – Titlacauan – and destined to be sacrificed in the culminating point of the festival.

Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky, 1. Etage

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28.-29. September 2012

Forum zur Ikonographie in Mesoamerika

Die Ikonographie in Mesoamerika beschäftigt seit Alexander von Humboldt viele Forscherinnen und Forscher. Die kommende Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für die Ikonographie in Mesoamerika interessieren. Dazu werden am Freitag, den 28.09.2012, Vorträge zum Thema stattfinden und am Samstag, den 29.09.2012, Workshops, die sich der Ikonographie Mesoamerikas widmen.

Universität Hamburg

Call for Paper deutsch
Call for Paper englisch
Programmheft zum Forum (incl. Abstracts zu den Vorträgen)

 

 

in freundlicher Zusammenarbeit mit der Linga-Bibliothek für Lateinamerika-Forschung

 

 

 

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Do, 28. Juni 2012, 18:15 Uhr

Stiff upper lip oder: Die Kunst der Wissenschaft. Der Maya-Forscher Frederick Catherwood
Christian Brückner

Die 1841 und 1843 publizierten “Incidents of Travel in Central America, Chiapas, and Yucatán” und “Incidents of Travel in Yucatán” des Amerikaners John Lloyd Stephens lieferten maßgebliche Impulse für die amerikanische Archäologie und die Forschung über die Maya. Neben Stephens’ Ruhm und seiner reiseliterarischen Brillanz stehen die Darstellungen seines britischen Kompagnons Frederick Catherwood. Der Architekt und Zeichner schuf zugleich wissenschaftlich wertvolle und künstlerisch anspruchsvolle Ansichten der beiden Expeditionen. Der Vortrag zeichnet die Expeditionen der beiden Reisenden anhand der Bilder von Catherwood nach und beleuchtet dabei auch deren Gehalt für Kunst und Forschung.

Museum für Völkerkunde Hamburg

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Sa, 7. April 2012, ab 11:00 Uhr

Thementag Kalender und Schrift im Alten Mexiko

Zu den größten Errungenschaften der Azteken, Mixteken und Maya gehören zweifelsohne die ausgefeilten Schriftsysteme, mit deren Hilfe sie ihre Geschichte festhielten, ihre Reiche verwalteten und ihre Ritualzyklen aufstellten.
Wir freuen uns, drei der wichtigsten Wissenschaftler in diesem Bereich zu Gast zu haben! Prof. Dr. Maarten Jansen und Gabina Aurora Pérez Jiménez (Universität Leiden, Holland) forschen seit über 30 Jahren zu der Kultur der Mixteken. Sie werden uns ihre Forschungen zu einer kolonialzeitlichen Bilderhandschrift vorstellen. Prof. Dr. Gordon Whittaker (Georg-August-Universität Göttingen) beschäftigt sich mit Schriftsystemen aus aller Welt. Er wird uns neue Erkenntnisse über die historische Entwicklung der aztekischen Schrift geben. Abgerundet wird das Programm durch einen Workshop zum Kalendersystem der Maya von Dr. Lars Frühsorge.

 

11.00-13.00 Uhr

Workshop Der Maya-Kalender für Einsteiger
mit Dr. Lars FrühsorgeDieser Workshop bietet eine Einführung in die Zeitrechnung und Weissagungen der Maya. Gemeinsam lernen wir Daten in der Hieroglyphenschrift der Maya zu lesen, zu schreiben und in unseren Kalender zu übertragen. Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum. Vorkenntnisse über die Kultur der Maya sind nicht erforderlich.Eine Voranmeldung per Email ist erforderlich.
Kosten: € 10,-, zuzüglich Eintritt (€ 7,-/ ermäßigt € 3,-).

14.00 Uhr

The Codex of Yanhuitlan: An Early Colonial Mixtec Manuscript
Prof. Dr. Maarten Jansen & Gabina Aurora Pérez JiménezIn the Codex of Yanhuitlan ancient Mixtec pictography blends with Spanish style and techniques. Unfortunately the text is now a fragment: parts have been lost or severely damaged and the remaining pages are out of order. Consequently interpretation has become quite difficult. The lecture will present a reconstruction and possible reading of the narrative contents, situating the work in the political and cultural context of the time.

16.00 Uhr

Das Nahuatl-Schriftsystem: Von Teotihuacan zu den Azteken
Prof. Dr. Gordon WhittakerDie Ursprünge des kolonialzeitlichen Nahuatl-Schriftsystems sind bis heute kaum bekannt. Dass das System direkter Nachfolger der aztekischen Schrift ist, gilt als sicher. Weniger klar ist das Verhältnis zwischen dem aztekischen System und denen, die es früher in Zentralmexiko gegeben haben mag, etwa bei den Tolteken und ihren Vorgängern in Teotihuacan. In dem Vortrag wird es um ein wahrscheinliches Kontinuum des Schriftsystems von der Zeit Teotihuacans bis in die Kolonialzeit gehen.

Museum für Völkerkunde Hamburg

 

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Do, 22. März 2012, 18:15 Uhr

Das Tollan Prinzip
Dirk Tiemann

Dieser Vortrag widmet sich der Ideengeschichte der frühklassischen Maya Kultur, und deren Vermittlung. Die Darstellung der eigenen Vergangenheit der Zentren Copán und Tikal weist zahlreiche „fremde“ Symbole und Verbindungen auf. Anhand verschiedener überlieferter Quellen, wie etwa in Inschriften oder in der Kunst, sollen diese Bezüge in den Kontext des mystischen Orts Tollan gesetzt werden.

Museum für Völkerkunde Hamburg

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So, 18. März 2012, 13:00 Uhr

Führung durch die Ausstellung Totenkult in Mexiko
Dr. Hedda Scherres

Die Mischung aus vorspanischen und europäischen Traditionen hat in Mexiko eine sehr spezielle
Umgangsweise mit dem Tod entstehen lassen. Die Ausstellungsobjekte und Bilder bieten einen Einblick in diesen kulturellen Reichtum.

Dr. Hedda Scheres hat ethnographische Feldforschungen in Mexiko durchgeführt und in dem Fach Mesoamerikanistik an der Universität Hamburg promoviert.

Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Straße 756

 

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Do, 23. Februar 2012, 18:15 Uhr

Von Hochzeitsblusen und Kaffeepflanzern
Christine Chávez

Die Textilien der Maya aus Guatemala sind berühmt für ihre Schönheit und Farbenpracht. Das Museum für Völkerkunde Hamburg besitzt eine der weltweit umfangreichsten Textilsammlungen aus Guatemala. Zu ihrer Entstehung trugen zahlreiche Sammler, meist Deutsche, die nach Guatemala auswanderten, bei. Der Vortrag beleuchtet die vielfältigen Beziehungen zwischen der deutschen Kolonie in Guatemala und dem Hamburger Museum und stellt neuere Forschungsergebnisse zum Leben und Wirken der Sammler Georg und Milly Mann vor. Die große Bedeutung der Trachten für die Identität der Maya in Vergangenheit und Gegenwart ist Thema der anschließenden Ausstellungsführung.
Christine Chávez ist die Leiterin der Amerika-Abteilung im Museum für Völkerkunde Hamburg und Kuratorin der Ausstellung „Elmenhorst und Co. Hamburger Sammlungen von Mayatextilien“.

Museum für Völkerkunde Hamburg

 

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Do, 26. Januar 2012, 18:15 Uhr

Schlangenherrscher im 8 Ajaw Haus: Ausgrabungen im Königspalast von Uxul, Campeche
Dr. Kai Delvendahl

Forscher der Abteilung für Altamerikanistik der Universität Bonn graben seit drei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt des mexikanischen Bundesstaates Campeche die Maya-Stadt Uxul aus. Ein Schwerpunkt der jüngsten Grabungskampagne (2011) lag auf der Untersuchung der königlichen Palastanlage im Zentrum der Stadt. Diese zeichnet sich durch ihre ungewöhnliche Übereinstimmung mit den Palastkomplexen von Calakmul aus. Bei Ausgrabungen beidseitig des Hauptgebäudes K2 wurden sechs Relieftafeln gefunden, die neue Informationen über die politischen Beziehungen von Uxul mit der Kaan (Schlangen) Dynastie von Calakmul liefern.

Dr. Kai Delvendahl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Altamerikanistik am Institut VII der Philosophischen Fakultät, Universität Bonn und Grabungsleiter des Archäologischen Projekts Uxul.

Museum für Völkerkunde Hamburg

 

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