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Rückblick 2019

Donnerstag, 20. Juni 2019

High Moon in Uxmal. Filmvortrag von Christian Brückner

Schon der Beginn der Filme Der Schatz der Azteken und Die Pyramide des Sonnengottes wirken wie Werbefilme zu den schönsten archäologischen Stätten Mexikos. Mit diesem “Gringo-Trail” im Kopf kann der Zuschauer der Suche nach sagenhaften Kostbarkeiten folgen (dann allerdings landschaftlich durch Kroatien) und in genüsslichem Schaudern abwarten, wer als Menschenopfer für die Götter bestimmt wird – bis der Held endlich den Mechanismus zum Tempeleingang findet, und alles gut wird.
Wurden dabei unschuldige Ruinenorte und arglose Artefakte auf dem Altar der Filmindustrie geopfert, und zu fetten Schinken à la Karl May oder Indiana Jones verbraten, oder ist auch hier ein genauerer Blick notwendig? Dieser Teil der Vortragsserie “Mesoamerika im Film” widmet sich den großen Klischees und Stereotypen dieses Kulturraumes. Gezeigt und untersucht werden Filmmotive und -szenen, die eine geradezu ikonische Qualität aufweisen, weil sie in Variationen immer wiederkehren: der Schatz, das Menschenopfer, die Tempelpyramide. Film ab!

Ort und Zeit: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, Vortragsraum (HG 154), 1. Etage, Beginn 18 Uhr (c.t.). Der Eintritt ist frei.

 

Donnerstag, 16. Mai 2019

“El Antifaz. ‘Tschüss die Seele’ – Die Verabschiedung”  Dokumentarfilm, Nordwestmexiko, Sierra Tarahumara von Claus Deimel, 2018

Die Tarahumara gehören zu den geschundetsten Völkern Mexikos und des indigenen Lateinamerikas. Kaum eine andere Gruppe sogenannter Indianer überlebt derart friedlich und zugleich widerständisch und ausgestattet mit so wenigen materiellen Mitteln wie die Tarahumara im nordwestmexikanischen Bundesstaat Chihuahua – die sich selbst Rarámuri, d.h. „die Fußläufer“, nennen.

Sie leben eine Form der Resistenz, indem sie bewährte Verhaltensweisen und soziale Umgangsformen trotz „Zivilisationsdruck“ nicht aufgeben. Sie praktizieren aggressionslosen Widerstand gegen modernistische Formen der Veränderung ihrer sozialen Riten und Verhaltensweisen. Der Film zeigt den Fluss dieses bemerkenswerten Alltags und Festtags im pointierten Narrativ, und wie dieses Alltagsnarrativ sich steigert zu einem Fest, das die Seele eines verstorbenen Menschen rituell in den Himmel schickt und ihr zum Abschied „Adiosi ba“: „tschüss die Seele“ nachruft.

Dem Film vorangestellt wird eine Einführung von Dr. Claus Deimel.

Szene aus El Antifaz, Foto © Claus Deimel 2018

Ort und Zeit: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, Vortragsraum (HG 154), 1. Etage, Beginn 18 Uhr (c.t.). Der Eintritt ist frei.

 

Donnerstag, 18. April 2019 

Frohe Ostern? Die Semana Santa im Hochland von Guatemala in “Balancing the Cosmos. Living Traditions in a Modern Maya City” – Ein Film von Andrew Weeks, 2010

Immer wieder begleitete Andrew Weeks über einen Zeitraum von acht Jahren traditionelle T´zutujil-Maya in Santiago Atitlán und verarbeitete insbesondere ihre religiöse Lebenswirklichkeit in dem Film “Balancing the Cosmos – Living Traditions in a Modern Maya City” von 2010. Ein Protagonist in Weeks beeindruckender Filmstudie ist die Figur des lokalen Heiligen Maximón, dem besonders zu Ostern eine essenzielle Rolle zukommt – ohne ihn sind nach traditioneller Überzeugung die Auferstehung Jesu und der Fortbestand der Welt unmöglich. Der Film zeigt, wie der religiöse Alltag, insbesondere aber das Osterfest, vorbereitet und gefeiert wird. An diesem vorosterlichen Termin werden im Rahmen der Reihe “Mesoamerika im Film” wesentliche Ausschnitte der Semana Santa aus Weeks´ Film vorgeführt.

Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass sich die Bewohner am Atitlán-See mit gesellschaftlichen Veränderungen und auch Spannungen konfrontiert sehen, die auch mit dem Tourismus und nicht zuletzt der großen Bekanntheit des Maximón zusammenhängen. Ebenfalls thematisiert werden auch die ethnologischen Arbeiten der Forscher, die in diesem Bereich tätig sind und waren.

Andrew Weeks selbst ist derzeit wieder vor Ort und berichtet in einem anschließenden Interview-Mitschnitt von den Veränderungen seit dem Dreh und der aktuellen Situation in Santiago Atitlán.

Durch die Veranstaltung leitet Christian Brückner.

Verehrung des Maximón, Foto © Andrew Weeks 2010

Ort und Zeit: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, Vortragsraum (HG 154), 1. Etage, Beginn 18 Uhr (c.t.). Der Eintritt ist frei.

Mittelamerika: Kaffeereise mit Musik


Diavortrag von Gerrit Höllmann – Musik vom Duo María Yebra und Eugenio Cornejo

Freitag,  29. März 2019

Gerrit Höllmann berichtet von seinem letzten Besuch bei Kaffeekooperativen in Honduras und Guatemala. Welche Schwierigkeiten und Perspektiven haben die Kooperativen angesichts der herrschenden Gewaltverhältnisse? Anschließend widmet sich das lateinamerikanische Duo   musikalisch diesen Themen.

Ort und Zeit: Saal der W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e. V., Nernstweg 32 – 34, 22765 Hamburg, Beginn 19 Uhr.

Die Veranstaltung wird von Zapapres e. V. organisiert und findet im Rahmen der Hamburger Romerotage statt; Eintritt ist frei – Spenden  erwünscht.

Donnerstag, 28. März 2019

Mesoamerika im Film Einführung von Christian Brückner

500 Jahre liegen zwischen dem Beginn der Eroberung Mexikos und unserer heutigen Sicht auf die vorspanischen Kulturen in Mittelamerika. Seit den 1950er Jahren gelingt es vor allem den vielen Kulturwissenschafter_innen aus den Bereichen Archäologie, Ethnologie, Geschichte und und weiteren Disziplinen, ein immer besseres und genaueres Bild von Azteken, Maya, Olmeken & Co. zu gewinnen. Wenngleich die vielen Forscherinnen und Forscher um eine differenzierte Betrachtung und um Erkenntnisgewinn – vorrangig in schriftlicher Form – bemüht sind, wird die allgemeine Wahrnehmung neben diversen populärwissenschaftlichen Beiträgen in Magazinen und Zeitungen sehr stark durch Archäologie- und Geschichtsdokus sowie durch Spielfilme geprägt. Hinzu kommen im Internet zahlreiche Beiträge wie Tutorials, zusammengeschnittene Videosclips oder Cinematic Trailer von PC-Games.

Daher widmet sich diese Vortragsreihe der filmischen Rezeption Mesoamerikas. Gezeigt und diskutiert werden eine kontrastreiche Auswahl von Filmen bzw. Filmausschnitten: Ethnographischer Film, Spielfilme mit fiktiver sowie mit historischer Handlung, Geschichtsabrisse und Archäologie-Expeditionen im Doku-Format und diverse Beiträge aus dem Internet, sowie Auszüge aus Science Fiction und aus dem nicht unwesentlichen Bereich des “Trash”.

Ort und Zeit: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Von-Melle-Park 3, Vortragsraum (HG 154), 1. Etage, Beginn 18 Uhr (c.t.). Der Eintritt ist frei.