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XXIII. Mesoamerikanistik-Tagung 2021 in Hamburg

Sehr geehrte Wissenschaftler*Innen, Forscher*innen, Studierende und Interessierte,

leider haben wir uns Anbetracht der aktuellen Corona-Lage dazu entschließen müssen, die für den 26. – 28. Februar 2021 geplante XXIII. Mesoamerikanistik-Tagung in Hamburg zu verschieben und bitten hierfür um Verständnis.

Unsere Tagungen leben neben den fachlichen Präsentationen ganz besonders vom regen Austausch und den persönlichen Begegnungen. Eine digitale Tagung würde dem unseres Erachtens nicht gerecht werden können.

Wir hoffen nun sehr darauf, dass wir die Tagung als Präsenzveranstaltung abhalten können und visieren als realistische Möglichkeit den Zeitraum Mai/Juni 2021 an.

Wir informieren Sie, sobald ein neuer Termin konkret feststeht.

Einladung zur XXIII. Mesoamerikanistik-Tagung in Hamburg 2021

Wir möchten in Kooperation mit der Regionalgruppe Mesoamerika und den Hamburger Lateinamerikastudien herzlich zur XXIII. Mesoamerikanistik-Tagung 2021 in Hamburg einladen.

Die Veranstaltung soll Forschenden der Archäologie, der Ethnologie und Ethnohistorie, den Lateinamerikastudien, der Linguistik, der Epigraphik und der Ikonographie sowie aus weiteren disziplinären Feldern die Möglichkeit bieten, ihre aktuellen Arbeiten und laufenden Projekte zur Region Mesoamerika vorzustellen. Wir möchten auch Doktorand*innen und Master-Kandidat*innen ermuntern, ihre Beiträge einzureichen.

Wir wollen den wichtigen direkten fachlichen und persönlichen Austausch, der dieses Veranstaltungsformat seit über 20 Jahren prägt, so gut es geht ermöglichen. Selbstverständlich sorgen wir für die erforderlichen gesundheitlichen Schutzmaßnahmen und die Einhaltung der “AHA-Regeln” während der Tagung.

Call for papers: Vorschläge für Beiträge sind bitte mit Namen, akademischer Anbindung, Titel und einem abstract von bis zu 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) versehen, in einem separaten Dateianhang (docx-, PDF- oder rtf-Format) an die Mail-Adresse info@mesoamerika-gesellschaft.de zu senden. Für jeden Vortrag sind 20 min. Redezeit und weitere 10 min. für die anschließende Diskussion vorgesehen. Vorträge in englischer und spanischer Sprache sind herzlich willkommen. Zudem ist ein gesondertes Panel “[Digitale] Transformationsprozesse in Mesoamerika” angedacht (s. unten und als PDF). Diese Infos finden Sie auch unterwww.rg-mesoamerica.de

Für die Räumlichkeiten und Versorgung in den Kaffeepausen erheben wir eine Teilnahmegebühr von € 15, ermäßigt € 8. Bestätigte Referent*innen sind von der Gebühr befreit. Gleiches gilt für alle Mitglieder der Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg e.V.  Für die Teilnahme bitten wir um formlose Anmeldung unter: info@mesoamerika-gesellschaft.de.

Mit freundlichen Grüßen im Namen aller Organisator*innen

Christian Brückner

Themenpanel [Digitale] Transformationsprozesse in Mesoamerika

Zum 500. Mal jähren sich im Jahr 2021 die Eroberung und Zerstörung von Tenochtitlan. Dieses Ereignis bedeutete zugleich das Ende des aztekischen Reiches und den Beginn spanisch-kolonialer Herrschaft. Damals wurden die Menschen und Gesellschaften in dem mittelamerikanischen Kulturraum, den wir als Mesoamerika bezeichnen, mit gewaltigen und gewaltsamen Veränderungen konfrontiert, die jeden Lebensbereich betrafen: Glaubensvorstellungen und Traditionen, politische und religiöse Machtverhältnisse, Sprache und Kommunikation, Heilkunde, Handwerk und Handel. Bislang unbekannte Krankheiten brachten für den Großteil der damaligen Bevölkerung den Tod. Zusammen mit einschneidenden ökologischen Eingriffen in Flora und Fauna ergab sich für die übrigen Menschen eine neue und unsichere Lebenswirklichkeit. 

Derzeit wirken in Mesoamerika globale Prozesse, die sich ebenfalls erheblich auf diese Region auswirken und den heutigen und zukünftigen Kulturraum vermutlich deutlich verändern werden. Wie reagieren die Menschen in Mesoamerika auf die wirtschaftlichen Umwälzungen, die gesellschaftlichen und politischen Disruptionen angesichts zunehmender sozialer Ungleichheit, Korruption, Kriminalität und allgegenwärtiger Gewalt, Umweltzerstörung und Vernichtung von Lebensgrund-lagen und der Heimsuchung durch eine Pandemie, die Leid über Hunderttausende bringt?

Gleichzeitig befördern diese Zustände neue Formen von Kommunikation, von politischer und gesellschaftlicher Teilhabe. Dabei denken wir an die “MeToo”- und “Black Lives Matter”- Bewegungen in den USA sowie die lateinamerikaweite Bewegung “Ní Una Menos” bzw. spezifisch zu Mexiko ¡Ní Una Más!. 

Ebenso bewirkt der wachsende mediale Einfluss authochtoner Akteur*innen einen Wandel im jeweiligen kulturellen Selbstverständnis und stellt offizielle Definitionen und Ordnungen infrage. Welche Prozesse sind hier erkennbar? Welche Strategien entwickeln die Menschen, welche Lösungen und welchen Umgang mit unlösbaren Problemen finden sie? 

Im Rahmen der XXIII. Mesoamerikanistik-Tagung laden wir zu Beiträgen ein, die aktuelle Forschung zu beispielsweise folgenden Themen behandeln:

– Mesoamerika global: Multinationale Konzerne, geopolitische Interessen, weltweite Netzwerke

– Ökonomie vs. Ökologie: Zerstörung der Umwelt und Klimawandel

– Lo autóctono: Indignidad? Etnicidad? Neue Formen medialer kultureller Repräsentation und kulturellem Selbstverständnis

– SARS-CoV-2/COVID-19/Corona-Virus: Mesoamerika in der Pandemie (hier historisch auch Pocken, Masern, Grippe im Zuge der Eroberung Mexikos).

Für die Einreichung der Beitragsvorschläge gelten die Bedingungen des allgemeinen „Call for papers“ zur XXIII. Mesoamerikanistik-Tagung.